Lebensversicherungen bringen kaum noch Rendite

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In Zeiten nachhaltiger Niedrigzinsen ist die klassische Lebensversicherung längst nicht mehr das, was sie einst war. Für viele Sparer hat die Kombination aus Garantiezins und Überschussbeteiligung erheblich an Attraktivität verloren und spiegelt sich in einer deutlich schrumpfenden Rendite wider. Traditionelle Versicherungspolicen, die einst als sichere Kapitalanlage galten, bringen heute kaum noch Erträge, die über der Inflationsrate liegen, was das angesparte Vermögen real entwerten kann. Sowohl Verbraucher als auch Finanzberater stehen damit vor der Herausforderung, sich in einem Finanzmarkt zurechtzufinden, der zunehmend von alternativen Anlageprodukten und komplexeren Absicherungsstrategien geprägt ist.

Die Versicherungsbranche reagiert mit Anpassungen, etwa durch Senkung des Höchstrechnungszinses oder Einführung neuer Vertragsformen wie fondsgebundener Policen oder Indexpolicen. Die Frage, ob sich der Abschluss einer Lebens- oder Rentenversicherung 2026 noch lohnt, lässt sich nur individuell beantworten und hängt maßgeblich von Kostenstrukturen, persönlichem Risikoappetit und dem Wunsch nach einer Absicherung gegen den Todesfall ab. Zudem rückt die Bedeutung der Beitrags- und Kostenstruktur immer stärker in den Fokus, da Abschluss- und Verwaltungskosten in den letzten Jahrzehnten die Rendite deutlich verringerten – ein Aspekt, der vielen Versicherungsnehmern bislang zu wenig bewusst war.

Die Entwicklung der Rendite bei Lebensversicherungen in der Niedrigzinsphase

Lebensversicherungen waren früher eine bewährte Form der Kapitalbildung und Vorsorge, da sie einen garantierten Mindestzinssatz (auch Höchstrechnungszins genannt) boten und zugleich einen Todesfallschutz einschlossen. Dieses Modell war besonders in Zeiten stabiler bis steigender Zinssätze attraktiv, da die Verzinsungen aus Anleihen und ähnlichen festverzinslichen Anlageprodukten solide Gewinne ermöglichten.

Seit Jahren jedoch befinden sich Zinssätze auf historischem Tiefstand. Mit einem seit 2025 geltenden Garantiezins von nur noch 1,0 Prozent stellen Lebens- und Rentenversicherungen keine lukrative Kapitalanlage mehr dar. Die Anpassung des Höchstrechnungszinses erfolgt verzögert, sodass die Versicherungsbranche weiterhin hohe Garantien aus Altverträgen aus den 1990er Jahren mit Zinssätzen bis zu vier Prozent bedienen muss. Diese Altlasten drücken die Gewinnmargen und die Überschussbeteiligung für aktuelle Vertragsabschlüsse massiv.

Die administrative Last durch die gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve wirkt sich ebenfalls renditesenkend aus. Seit 2011 haben Versicherer rund 80 Milliarden Euro in diese Rücklage eingezahlt, um die hohen Garantien aus Altverträgen auch künftig bedienen zu können. Dadurch fließen erhebliche Mittel ab, die sonst als Überschuss an Versicherte zurückgegeben werden könnten.

Aus einer Studie der Ratingagentur Assekurata aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass klassische Lebensversicherungen trotz eines versprochenen Garantiezinses von 0,9 Prozent nach Kosten effektiv nur noch eine Rendite von knapp 0,14 Prozent pro Jahr abwerfen. Einige Vertragsangebote weisen sogar negative Renditen auf, was bedeutet, dass Versicherte nach Abzug aller Kosten weniger Kapital zurückerhalten, als sie eingezahlt haben.

Kosten wie Abschlussprovisionen, die in den ersten fünf Jahren bis zu 2,5 Prozent der Beitragssumme ausmachen dürfen, sowie jährliche Verwaltungskosten von durchschnittlich zwei Prozent schmälern nicht nur die Rendite, sondern erschweren auch die Nachvollziehbarkeit der Vertragsentwicklung für den Verbraucher deutlich. Damit wird die Lebensversicherung zunehmend weniger als sichere Kapitalanlage wahrgenommen, sondern eher als komplexes Versicherungsprodukt mit relevanten Renditeminderungen.

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Klassische Lebensversicherung versus moderne Anlageprodukte – ein Vergleich

Die breite Palette der Altersvorsorgeprodukte in Deutschland umfasst neben klassischen Lebens- und Rentenversicherungen mittlerweile auch fondsgebundene Policen, Indexpolicen und andere alternative Kapitalanlagen. Im Gegensatz zu klassischen Versicherungen, die ihr Kapital meist in festverzinsliche Wertpapiere investieren, bieten fondsgebundene Produkte die Möglichkeit, an den Erträgen von Investmentfonds teilzuhaben.

Allerdings sind gerade diese modernen Varianten oft mit hohen Kosten und komplexen Bedingungen verbunden und bergen zudem ein höheres Risiko aufgrund der Schwankungen an den Finanzmärkten. Das Potenzial für eine höhere Rendite steht somit im Gegensatz zu einem gesteigerten Risiko und der geringeren kalkulierbaren Sicherheit.

Im Gegensatz dazu sichern klassische Lebensversicherungen einen garantierten Mindestzinssatz zu und bieten einen Todesfallschutz, der für Familien mit Angehörigen oder Krediten von hoher Bedeutung ist. Dennoch ist der geringe Garantiezins mit einer heute verfügbaren Verzinsung für Tages- und Festgeld kaum konkurrenzfähig – so liegt laut aktueller Marktentwicklung der Zinssatz für Festgelder deutlich über dem Garantiezins der meisten Policen.

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede zwischen klassischen und fondsgebundenen Lebensversicherungen im Vergleich zu anderen Anlageprodukten:

Produkt Garantiezins Renditepotenzial Risiko Kosten Todesfallschutz
Klassische Lebensversicherung ca. 1,0 % niedrig-mittel (inkl. Überschuss) gering hoch (Abschluss/Verwaltung) ja
Fondsgebundene Lebensversicherung keine mittel-hoch mittel-hoch sehr hoch teilweise
Festgeld Marktzins, z.B. 3-4 % niedrig gering gering nein
Aktienfonds keine hoch hoch mittel nein

Für Sparer, die auf Sicherheit und garantierte Leistungen setzen, ist die klassische Police weiterhin relevant – wenngleich die Renditeminderung durch Kosten und niedrige Zinsen eine Herausforderung bleibt. Für risikofreudigere Anleger können alternative Anlageprodukte wie Aktienfonds oder ETFs eine höhere Kapitalrendite bieten, allerdings ohne den Schutz im Todesfall. Gerade wer sein Kapital inflationär schützen möchte, sollte die Renditeerwartungen realistisch einordnen und nicht nur auf die nominalen Wertsteigerungen achten.

Die Bedeutung der Kostenstruktur bei Lebensversicherungen und ihre Auswirkungen auf die Rendite

In der komplexen Struktur von Lebensversicherungen spielen die Kosten eine entscheidende Rolle bei der Renditeentwicklung. Während der Garantiezins den Mindestbetrag sichert, der auf den Sparanteil angewendet wird, ziehen Versicherer erhebliche Kosten zuvor ab, die in verschiedenen Kategorien anfallen.

Die Hauptkostenarten setzen sich in der Regel aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Abschlusskosten: Diese Provisionen werden meist in den ersten Vertragsjahren abgezogen und können bis zu 4,9 % der Beitragssumme ausmachen. Seit Gesetzesänderungen dürfen zwar maximal 2,5 % über fünf Jahre verteilt abgezogen werden, doch in der Praxis sind die Abschlusskosten immer noch erheblich und drücken das Anfangskapital stark.
  • Verwaltungskosten: Laufende Jahresgebühren für die Verwaltung des Vertrags betragen im Durchschnitt rund 2 %, können aber je nach Versicherer stark schwanken.
  • Todesfallkosten: Abzüge für den Todesfallschutz reduzieren weiterhin den Sparanteil, der mit dem Garantiezins verzinst wird.

Diese Kosten führen dazu, dass nur ein Teil der eingezahlten Beiträge tatsächlich den Sparanteil bildet, der verzinst wird. Dies hat zur Folge, dass die nominalen Renditeversprechen auf den Abschlussdokumenten nur bedingt mit der tatsächlichen Wertentwicklung der Kapitalanlage übereinstimmen.

Eine zu hohe Kostenbelastung ist zudem ein entscheidender Faktor für die häufige Entscheidung vieler Versicherungsnehmer, ihre Verträge beitragsfrei zu stellen oder zu kündigen, wenn die Renditeerwartungen nicht erfüllt werden.

Um dies anschaulich darzustellen, hier eine beispielhafte Übersicht:

Kostenart Typische Höhe Auswirkung auf Rendite
Abschlusskosten (5 Jahre verteilt) 1.440 € bei 100 € monatlich Beiträgen ca. 0,5 % Renditeminderung pro Jahr
Verwaltungskosten ca. 2 % pro Jahr entsprechend jährlich sinkende Rendite
Todesfallkosten variabel, typ. 0,3 – 0,5 % verringert den Sparanteil

Die mittlerweile verbesserte Transparenz der Kostenstruktur ist für Verbraucher essenziell, um fundierte Entscheidungen treffen zu können und zu verstehen, warum eine Lebensversicherung trotz positiver Versicherungszahlen kaum noch Erträge bringt.

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Strategien und Alternative für Sparer gegen die Renditeschwäche der Lebensversicherung

Angesichts der aktuellen Situation stellen sich viele Versicherte und Interessenten die Frage, wie sie ihr Kapital effizienter anlegen können und ob bestehende Lebens- oder Rentenversicherungen noch fortgeführt werden sollten.

Da Neuabschlüsse in der Regel wenig rentable Perspektiven bieten, empfehlen Experten, alte und vorteilhafte Verträge zu behalten, diese jedoch kritisch zu prüfen und gegebenenfalls eine Beitragsfreistellung oder einen Verkauf in Betracht zu ziehen. Für neue Vertragsabschlüsse lohnt sich der Blick auf alternative Anlageformen:

  • Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge: Mit staatlichen Zulagen und Arbeitgeberzuschüssen können diese Produkte trotz niedrigem Garantiezins eine attraktive Gesamtverzinsung ermöglichen, vorausgesetzt, die Kosten sind niedrig.
  • Direktinvestitionen in ETFs und Fonds: Diese bieten zwar kein Lebens- oder Todesfallrisiko ab, punkten jedoch mit erheblich besseren Renditechancen bei moderatem Risiko.
  • Sofortrenten: Als Einmalanlage kann eine Sofortrente sinnvoll sein, wenn man sich gegen ein sehr hohes Lebensalter absichern möchte, wobei die Kosten hier ebenfalls sorgfältig geprüft werden sollten.

Zudem ist der aktuelle Kontext der Inflation sowie der steigende Hypothekenzinssatz von entscheidender Bedeutung für die Vermögensbildung und sollte bei der Entscheidung für oder gegen eine Lebensversicherung stets berücksichtigt werden.

Viele Versicherte nutzen auch die Möglichkeit, ihre Lebensversicherung zu beleihen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken, anstatt die Verträge vorschnell zu kündigen und dabei hohe Verluste hinzunehmen. Anbieter wie LV-Kredit und SWK Bank bieten entsprechende Optionen an, die jedoch individuell beurteilt werden müssen.

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Lohnt sich 2026 noch der Abschluss einer klassischen Lebensversicherung?

Aufgrund des niedrigen Garantiezinses und hoher Kostenrentabilität erweist sich der Neuabschluss klassischer Lebensversicherungen meist nicht mehr als sinnvolle Kapitalanlage. Alte Verträge können aber weiterhin vorteilhaft sein.

Wie wirkt sich die Überschussbeteiligung auf die Rendite aus?

Die Überschussbeteiligung ergänzt den Garantiezins und kann die Rendite erhöhen, ist jedoch nicht garantiert und hängt von der Geschäftsentwicklung des Versicherers ab.

Welche Alternativen gibt es zur klassischen Lebensversicherung?

Fondsgebundene Policen, ETFs, Riester-Rente oder betriebliche Altersvorsorge sind mögliche Alternativen, die je nach persönlicher Situation besser zu Rendite- und Risikoerwartungen passen.

Wie können hohe Kosten die Rendite der Lebensversicherung beeinflussen?

Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten reduzieren den Sparanteil erheblich, was zu einer deutlichen Renditeminderung führt und oft Ursache für Unzufriedenheit mit dem Vertrag ist.

Was sollte man tun, wenn die Lebensversicherung zu teuer wird?

Beitragsfreistellung, Verkauf oder Beleihung sind Optionen, um bei finanziellen Engpässen die Kosten zu reduzieren, ohne die Police komplett zu kündigen.

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